Hildegard - Deutsch
11 Kapitel 4 Das Telefonat Louise wartete gespannt, war sich aber sicher, dass sie wahrscheinlich nie herausfinden würde, mit welcher „heimlichen Dame“ ihr Vater seit so vielen Jahren Kontakt hatte. Einige Tage später erhielt sie jedoch bereits einen Anruf. „Guten Morgen, mein Name ist Hildegard Jordan. Ich habe mit Dines Bogø gesprochen, der mir gesagt hat, dass Sie einige Fragen haben. Ich kannte Ihren Vater, Erik Jacobsen, und erfuhr auf Bogø, dass er leider vor einigen Jahren gestorben ist. Das erklärt, warum ich schon lange nichts mehr von ihm gehört habe.“ Liebe Hildegard. Es ist unglaublich nett von Ihnen, mit mir Kontakt aufzunehmen. Ich habe viele Fragen. Können wir uns zum Mittagessen oder auf eine Tasse Kaffee an ei- nem für Sie passenden Ort treffen? „Wofür möchten Sie die Informationen nutzen? Im Laufe der Zeit habe ich Dines Bogø viel erzählt. Bogø war es auch, der vor nicht allzu langer Zeit dafür sorgte, dass Teile meiner Geschichte in einer Morgenzeitung wiedergegeben wurden. Darüber möchte ich Ihnen gerne erzählen. Es waren sicherlich nicht alle Dänen, die uns als Flüchtlinge freundlich gesinnt waren. Ich weiß, dass wir nicht eingeladen waren und Deutschland seit fünf Jahren eine Be- satzungsmacht war. Ihr Vater war einer der wenigen, die keine Abneigung hatten. Er hat meine Unterlagen sehr korrekt bearbeitet. Irgendwie interessierte er sich für meinen Fall. Natürlich hatte er alle formellen Informationen über mich. Er sagte, dass er aus beruflichen Gründen gerne meinen Fall weiterverfolgen würde. Ich habe ihm nicht privat geschrieben, sondern Briefe an c/o Erik Jacobsen, Polizei- wache in Kopenhagen, geschickt. Ich kann Ihnen mehr darüber erzählen, wenn wir uns treffen. Außerdem erfahren Sie etwas über Flemming und Lisabet und ihren Vater Ejler Hansen, den ich 1946 kennengelernt habe.“ Wie wäre es mit einem Café im Trianglen?“
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy NDg2ODc=