Hildegard - Deutsch
15 Heute mag es seltsam klingen, aber wir hatten kein Problem, einen Ort zu finden, an dem wir uns treffen konnten. Ejler arbeitete immer und ich nahm mir ein paar Stunden frei, während mein Sohn und meine Tochter in der Schule waren. Dein Vater sagte, er müsse einige Verhöre durchführen und wir trafen uns dann in ver- schiedenen Wohnungen in Sundby. Von Ihrem Vater wusste ich gut, dass es sich bei den Wohnungen um sogenannte „Deckswohnungen“ handelte, über die der Polizeinachrichtendienst verfügte. Die Kol- legen Ihres Vaters wussten sehr gut, warum er sich eine Wohnung leihen wollte. Ein paar Mal erzählte er mir, dass eine der Wohnungen, in denen wir uns trafen, dem Verteidigungsnachrichtendienst gehörte. Er sagte, deine Mutter hätte es nie geahnt. Ihre Beziehung war etwas angespannt, aber Sie haben wahrscheinlich schon davon gehört oder das gespürt? Erik hatte manchmal Fotos mit sich, also habe ich sowohl Fotos von deinem älteren Bruder als auch von dir gesehen. Als ich mich von Ejler scheiden ließ und wieder heiratete, sahen wir uns längere Zeit nicht, blieben aber über Briefe in Kontakt und führten, wenn möglich, kurze und länge- re Telefongespräche. Er war ein netter Mensch und ich habe einige der Fälle, an denen er gearbeitet hat, ziemlich genau verfolgt. Er war loyal und erzählte nicht zu viel. Er war immer vorsich- tig mit Namen und dergleichen. Er sprach viel über die Doppelmorde, mit denen er im Jahr 1948 zu tun hatte. Er sprach oft über dieses Jahr. Er war immer noch verbittert darüber, dass er von Frederiksberg nach Kopenhagen versetzt wurde.“ Erinnern Sie sich, was er zu diesen Fällen gesagt hat? „Er hatte keinerlei Zweifel daran, dass der Fall von Peter Bangs Vej nicht gelöst wer- den darf. Das hätten wir ganz direkt am Bahnhof gespürt, sagte er. Sie waren loyal und äußerten sich nicht gegen das Management. Aber mir war bewusst, dass Erik etwas sagen oder tun würde, da er gegen seinen Willen nach Kopenhagen verlegt wurde.“ Möchten Sie, dass wir uns wiedersehen? Vielleicht bei mir? „Dann sollte es bei mir zu Hause hier in Østerbro sein. Dann kann ich Ihnen einige Briefe Ihres Vaters zeigen und wenn Sie mehr über meine Geschichte erfahren möchten, habe ich auch viele Fotos, die wir uns ansehen können.
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