Hildegard - Deutsch

36 Kapitel 8 Neue Wachen im Lager Am Wachhaus hing eine kleine Holzfigur, die ein Krokodil darstellte. Mehrere sagten, es sei ein Symbol dafür, dass die deutschen Flugzeuge die alliierten Flugzeuge abfangen würden. Hildegard fährt fort. „Die Geschichte ist sehr süß, aber mir wurde gesagt, dass alle deutschen Radaranlagen einen Buchstaben als Code hätten. Das Lager hieß K für Kopenhagen und der Codename sollte ein Tiername mit einem K sein. Die Widerstandskämpfer wurden nach Hause geschickt, damit sie sich ihrer Arbeit widmen konnten. Stattdessen wurde die Wache von Wehrpflichtigen (Civil Beskyttelsen) übernommen. Zu jedem Wachtrupp gehörten ein Wachkommandant und 15 Mann. Das Wachhaus befand sich direkt außerhalb des Stacheldrahts, der das Lager umgab. In dieser Zeit traf eines Tages eine Wagenkolonne britischer Lastwagen ein. Sollen wir jetzt nach Deutschland gefahren werden? Nein, die Briten fuhren zu den Gebäuden, in denen das technische Radarsystem instal- liert war. Wir hörten, wie die Wachen darüber sprachen, dass die Briten viele Kontrollgeräte und Teile der großen Radarschirme am Strand entfernt hätten. Die ab dem 5. Mai 1945 im Einsatz befindlichen Widerstandskompanien B4 und B5 waren für einige Wochen auf dem Bauernhof Birkelund untergebracht. In den Jahren 1947–48 wurden alle Gebäude im Lager abgerissen.“ Hildegard ist ein wenig gerührt. Man konnte an der Stimme hören, dass die erste Periode auch sie stark geprägt hat. Hildegard spricht über die etwas belebenderen Aspekte der neuen Situation. „Es war etwas einfacher, mit den CB-Wachen Kontakt aufzunehmen als mit den Wider- standskämpfern.“ Auf einem Luftbild aus dem Jahr 1954 sind noch Spuren im Feld zu erkennen. Hilde- gard Jordan lebte in einer Baracke mit einem Zimmer zum Fælledvej. „Zu dieser Zeit gab es freie Sicht auf das Grundstück Skolevej 11, wo Ejler Hansen mit seinen Eltern lebte. Ich werde wahrscheinlich von Ejler und seiner Familie erzählen.”

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